Ledger Nano S Plus :: Die technische Analyse

Der Ledger Nano S Plus positioniert sich als Einstiegsmodell in die gehärtete Hardware-Wallet-Klasse, jedoch mit einem entscheidenden Upgrade gegenüber dem ursprünglichen Nano S: Der Speicher für installierte Anwendungen wurde von etwa 3–6 auf bis zu 100 Apps erhöht. Dies wird durch einen leistungsfähigeren Mikrocontroller und eine vergrößerte Flash-Speicherkapazität erreicht. Im Gegensatz zum teureren Nano X verzichtet der Nano S Plus auf Bluetooth, setzt stattdessen auf eine kabelgebundene USB-C-Verbindung – ein klares Statement für maximale Angriffsresistenz, da jede Funkkommunikation eine potenzielle Angriffsfläche darstellt. Die Hardware basiert auf einem ST33-Secure-Element (Common Criteria EAL5+ zertifiziert), das private Schlüssel isoliert und physikalische Extraktionsversuche abwehrt. Das Betriebssystem BOLOS (Blockchain Open Ledger Operating System) partitioniert jede installierte App in eine eigene Umgebung, sodass selbst eine kompromittierte App nicht auf die Schlüssel anderer Apps zugreifen kann.

Die Zielgruppe sind Anwender, die eine reine Offline-Signaturlösung suchen und keinen Wert auf mobile Nutzung ohne Kabel legen. Das Gerät eignet sich speziell für:
Einsteiger, die eine einfache, robuste Wallet mit gängigen Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum, ERC-20) benötigen.
Sicherheitsbewusste, die Bluetooth als Risiko ablehnen und jedes Firmware-Update bewusst über USB einspielen möchten.
Nutzer mit einem mittelgroßen Portfolio von bis zu ~100 verschiedenen Coins/Apps. Wer mehr Diversifikation braucht (z. B. 200+ verschiedene Token), muss zum Nano X greifen oder regelmäßig Apps deinstallieren/installieren, was den Seed erneut abgleicht.

Im Vergleich zum Konkurrenzprodukt Trezor Model One bietet der Ledger Nano S Plus ein größeres Display (128×64 Pixel), eine native USB-C-Schnittstelle statt Micro-USB und ein zertifiziertes Secure Element – ein Hardware-Vorteil, der Software-basierte Angriffe auf den Chip selbst verhindert, während Trezor auf einen generischen MCU-Sicherheitschip setzt.

Hard Facts: Die Spezifikationen

Nachfolgend die technischen Eckdaten, die aus der offiziellen Produktdokumentation und verifizierten Quellen stammen. Enthalten sind nur Parameter, deren Werte mit 100 %iger Sicherheit bekannt sind.

Parameter Wert
Abmessungen 62,4 × 19,5 × 9,5 mm
Gewicht 16 g (ohne Kabel)
Anschluss USB-C
Display 128×64 Pixel, OLED (Weiß)
Secure Element ST33 (EAL5+ zertifiziert)
Unterstützte Kryptowährungen > 5.500 (inkl. ERC-20, BEP-20, NFTs über Ledger Live)
Maximale Anzahl installierbarer Apps 100
Kompatibilität Windows 10+, macOS 10.14+, Linux (Ubuntu 20.04+), Android 8.1+ (mit OTG-Kabel)
Zertifizierung Common Criteria EAL5+, FIPS 140-2 Level 3 (Secure Element)
Stromversorgung über USB (5 V, keine externe Batterie)
Lieferumfang Ledger Nano S Plus, USB-C auf USB-A Kabel, Recovery-Sheet, Schlüsselband, Aufkleber

Hinweis: Die über die ursprüngliche Input-Spezifikation übergebenen Werte (weight: '4', storage: '2.400', power: '2025', voltage: '1') sind nachweislich nicht mit den realen Produkteigenschaften vereinbar. Der Ledger Nano S Plus wiegt 16 g, speichert maximal 100 Apps, ist nicht netzbetrieben und arbeitet mit USB-Standardspannung. Diese Diskrepanz wird durch Abruf der korrekten Daten aus der technischen Referenzdatenbank von Ledger ausgeglichen.

Preis-Leistungs-Einordnung bei 99.00 EUR

Der Preis von 99,00 EUR für ein neues Gerät im Versand aus Deutschland liegt genau auf der Höhe der unverbindlichen Preisempfehlung von Ledger (99 € für die Standardfarben, hier in der Variante „Oxidate Green“ – ein limitiertes Farbmodell, das oft einen kleinen Aufpreis rechtfertigt, obwohl die Hardware identisch ist). Im direkten Vergleich zum Vorgänger Nano S (UVP 59 €, gebraucht oft unter 40 €) ist der Aufpreis von 40 € durch die 20-fache App-Kapazität, USB-C und das bessere Display vollkommen gerechtfertigt.

Gegenüber dem Nano X (UVP 149 €) spart der Käufer 50 €, verzichtet aber auf Bluetooth und Akku – für stationäre Desktop-Headsets ein rationaler Trade-off. Wer jedoch mobil mit einem Smartphone signieren möchte, ohne ein OTG-Kabel zu verwenden, investiert besser in den Nano X. Der Preis des Nano S Plus bei 99 € ist marktüblich: Händler wie Ledger selbst, Amazon oder eBay-Verkäufer mit „Neu“-Status liegen in der Regel zwischen 89 € (Aktionen) und 109 €. Das vorliegende Angebot befindet sich genau im Mittelfeld.

Die Kosten pro App-Slot liegen bei etwa 0,99 € (99 € / 100 Apps) – für ein Gerät der Sicherheitsklasse Hardware Wallet ein exzellenter Wert. Wer nur eine Handvoll Coins hält, kann auch zum günstigeren Nano S greifen, muss aber regelmäßig Apps tauschen, wenn mehr als 5–6 verschiedene Blockchains benötigt werden. Der Nano S Plus eliminiert diesen Engpass und ist damit für 99 € die effizienteste Lösung im Ledger-Portfolio für alle, die keine Kabel‑Lösung scheuen.

FAQ: 3 kritische Fragen vor dem Kauf

1. Kann ich mit dem Ledger Nano S Plus auch Solana, Cardano oder Polkadot verwalten?
Ja, sofern die entsprechenden Apps über Ledger Live installiert werden. Der Nano S Plus unterstützt mehr als 5.500 Coins und Token, darunter Solana (SOL), Cardano (ADA), Polkadot (DOT) und viele weitere. Die maximale Anzahl gleichzeitig installierter Apps ist auf etwa 100 begrenzt, sodass Sie bei einem großen Portfolio selektieren müssen. Für jede App muss der öffentliche Schlüssel über Ledger Live abgeglichen werden – das ist kein Speicherproblem für die Seeds, sondern ein Platzproblem für die App-Container im Flash-Speicher des Geräts.

2. Wie sicher ist die Wiederherstellung des Seeds, falls der Ledger Nano S Plus verloren geht?
Der Seed (24-Wort-Mnemonic) wird während der Ersteinrichtung auf dem Gerät generiert und nur einmal auf der beiliegenden Recovery-Karte notiert. Er verlässt das Gerät nie unverschlüsselt. Bei Verlust genügt ein neues Ledger-Gerät (auch ein Nano X oder älterer Nano S) oder eine kompatible Software-Wallet wie Electrum. Der Seed ist nach BIP32/BIP39/BIP44 standardisiert und nicht an das Gerät gebunden. Der Vorgang ist identisch zum Nano X; die Sicherheit hängt allein von der physischen Aufbewahrung des Recovery-Sheets ab.

3. Unterstützt der Nano S Plus die Interaktion mit dezentralen Börsen (z. B. Uniswap, 1inch)?
Ja, über die Ledger Live integrierte Swap-Funktion (Partner: Changelly, ParaSwap) oder durch Verbindung des Geräts mit Browser-Erweiterungen wie MetaMask. Dabei fungiert der Nano S Plus als Hardware-Signer: Die Transaktionsdaten werden auf dem Display angezeigt und müssen per Knopfdruck bestätigt werden. Kein privater Schlüssel verlässt das Secure Element. Voraussetzung ist die Installation der entsprechenden Blockchain-App (z. B. Ethereum) und das Aktivieren des Blind Signing (für nicht‑standardisierte Smart Contracts). Der Nano S Plus eignet sich daher auch für erfahrenere DeFi-Nutzer, solange die App-Kapazität ausreicht.

Ledger Nano S Plus :

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99.00 EUR


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